Renal
Wirksamkeit
Chronische Niereninsuffizienz
Die Grundlage der Diätbehandlung von Hunden mit chronischer Niereninsuffizienz ist die Kombination von Phosphor- und Eiweißeinschränkung mit einer hohen Aufnahme der Omega-3-Fettsäure, Eicosapentaensäure (EPA). Die Wirkungen der drei Nährstoffe als einzige Variable sind nur bei Hunden mit einer chronischen Niereninsuffizienz untersucht worden, die durch partielle Nephrektomie induziert war. In diesem Tiermodell wird die Progression der Niereninsuffizienz durch Phosphorrestriktion (Finco et al., 1992), Eiweißrestriktion (Finco et al., 1994) und eine hohe Aufnahme von EPA (Brown et al., 2000) gehemmt. Eine beschränkte Phosphoraufnahme verringert die Kalzifikation der insuffizienten Niere (Finco et al., 1992), während die Eiweißrestriktion vor allem die Bildung von mikroskopisch wahrnehmbaren Läsionen abbremst (Finco et al., 1994) und die Morbidität und Mortalität im Verhältnis zum urämischen Syndrom reduziert (Polzin et al., 1984). Die schützende Wirkung der EPA wird möglicherweise durch die Förderung der Durchblutung der Niere (Brown et al., 2000) und die Hemmung von Entzündungsreaktionen in der Niere (Bauer, 2007) erklärt.
Die Wirksamkeit einer Diät, die arm an Phosphor und Eiweiß und reich an Omega-3-Fettsäuren ist, wurde bei Hunden mit spontaner, chronischer Niereninsuffizienz nachgewiesen (Jacob et al., 2002). In der 24 Monate dauernden Studie mit 17 Kontroll- und 21 Testpatienten wurde die Nierendiät mit einem normalen Futter verglichen. Die Diät verringerte die Inzidenz der Urämie und senkte den Kreatininspiegel. Innerhalb der Untersuchungsdauer war die Mortalität durch Verabreichung der Diät von 94 % auf 52 % gesunken. Der Phosphor- und Eiweißgehalt der untersuchten Diät ist mit dem von SANIMED Renal vergleichbar. Außer durch die Eiweißrestriktion wird die Harnsynthese noch zusätzlich durch den hohen Gehalt an Rübenbrei in SANIMED Renal gehemmt. Dadurch wird im Dickdarm die Umwandlung von Ammoniak in bakterielles Eiweiß angeregt, sodass weniger Ammoniak die Leber erreicht (Middelbos et al., 2007).
Die zusätzlichen Eigenschaften von SANIMED Renal sind ein niedriger Natriumgehalt, ein positiver Basenüberschuss und ein hoher Vitamin-E-Spiegel. Chronische Niereninsuffizienz kann zu glomerularer Hypertonie führen (Brown et al., 1998), was neben dem hohen EPA-Gehalt (Brown et al., 2000) auch für einen gesenkten Natriumgehalt spricht (Chandler, 2008). Bei Patienten mit Nierenversagen kann die Ausscheidung von metabolisch gebildeten Säuren vermindert sein, was eine Neigung zu Azidose zur Folge haben kann (Langston, 2008). Der positive Basenüberschuss von SANIMED Renal trägt zur Vorbeugung von Azidose bei. Es gibt Hinweise darauf, dass eine chronische Niereninsuffizienz mit einem höheren oxidativen Stress einhergeht, was die Progression der Erkrankung fördert (Brown, 2008). Die Hinzufügung von zusätzlichem Vitamin E zum Futter kann diesen oxidativen Schaden vermindern (Tain et al., 2007) und somit die Progression einer Niereninsuffizienz hemmen.
Leberinsuffizienz
Das wichtigste Ziel einer Diätbehandlung von Leberpatienten ist die Vorbeugung der Entwicklung einer Enzephalopathie. Die Ansammlung von Ammoniak durch eine verminderte Umwandlung in Harn ist wahrscheinlich die wichtigste Ursache einer hepatischen Enzephalopathie. Die Anreicherung, und damit auch die Ansammlung, von Ammoniak kann durch einen verringerten Eiweißabbau in der Leber und eine verringerte Aufnahme von Ammoniak durch die Wand des Dickdarms reduziert werden (Bauer, 1996; Center, 1998). Der niedrige Eiweißgehalt in SANIMED Renal senkt den Eiweißabbau. Der hohe Zuckerbreigehalt der Diät stimuliert im Lumen des Dickdarms den Einbau von Ammoniak in bakterielles Eiweiß, wodurch weniger Ammoniak in den Kreislauf gelangt (Middelbos et al., 2007). Der geringe Natriumgehalt von SANIMED Renal trägt zur Kontrolle von portaler Hypertonie und Aszites bei (Michel, 1995).
Ammoniumurat, Kalziumoxalat und Nierenharnsteine
SANIMED Renal eignet sich für Patienten zur Vorbeugung von Harnstein in der Form von Ammoniumurat, Kalziumoxalat und Cystin. Die Diätbehandlung zur Vorbeugung von rezidivierender Harnsteinbildung ist auf eine Senkung der Konzentrationen der steinbildenden Komponenten im Harn und die Steuerung des Harn-pH-Werts in einen Bereich gerichtet, welcher der Steinbildung entgegenwirkt (Bartges et al., 2004). SANIMED Renal erfüllt diese Anforderungen.
Die Bildung von Ammoniumurat und Cystin wird durch einen sauren Harn gefördert (Osborne et al., 1989), und dies gilt indirekt auch für Kalziumoxalat. Ein saurer Harn stimuliert die Kalziumausscheidung, was die Kalziumkonzentration im Harn (Gevaert et al., 1991) und somit das Risiko der Bildung von Kalziumoxalat erhöht. Die Auflösung und Bildung von Kalziumoxalatkristallen hängt im physiologischen Bereich nicht vom pH-Wert-ab. SANIMED Renal induziert im Harn einen durchschnittlichen pH-Wert von 6,9, was im neutralen Bereich liegt.
Der niedrige Eiweißgehalt der Diät reduziert die Ammoniumkonzentration im Harn (Bartges et al., 1995) sowie die Cystinkonzentration bei Patienten mit Cystinurie (Osborne et al., 1999). Da Oxalat aus der Aminosäure Glyzin erzeugt wird, ist es plausibel, dass der geringe Eiweißgehalt von SANIMED Renal die Synthese von Oxalat vermindert. Der niedrige Kalziumgehalt der Diät trägt zu einer niedrigen Kalziumkonzentration im Harn bei, was der Bildung von Kalziumoxalat entgegenwirkt. Der geringe Eiweißgehalt impliziert einen niedrigen Puringehalt und somit eine verminderte Uratsynthese bei Patienten.
SANIMED Renal wirkt gegen Hyperkalziurie und Hyperoxalurie und wirkt dadurch bei der Vorbeugung der Entstehung von Kalziumoxalaturolithiasis bei Hunden (Stevenson et al., 2004). Der geringe Eiweißgehalt von SANIMED Renal und die Induktion eines neutralen pH-Werts im Harn wirkt der Bildung von Ammoniumurat (Bartges et al., 1995) und Cystin (Osborne et al., 1999) entgegen.