Atopy/Sensitive
Effektivität
Futtermittelüberempfindlichkeit
Durch die Aufteilung von Proteinen in kleinere Peptidfragmente gehen eventuelle antigene Ei-genschaften verloren. Dieses Prinzip gilt für Hunde mit Futtermittelüberempfindlichkeit. Hunde mit Überempfindlichkeit gegen Sojaprotein entwickeln Juckreiz nach Aufnahme des intakten Proteins, aber nicht nach Aufnahme mit hydrolisiertem Sojaprotein (Jackson et al., 2003; Puig-demont et al., 2006).
Kommerzielle, hypoallergene Diäten mit hydrolisiertem Hühnerprotein und Maisstärke (Loeffler et al., 2004; 2006) oder hydrolisiertem Sojaprotein und Reis (Biourge et al., 2004) werden als Eliminationsdiät eingesetzt. Bis jetzt wurden Eliminationsdiäten mit hydrolisierten Proteinen und ihren intakten Stammproteinen noch nicht miteinander verglichen. Allerdings kann man auf-grund von Daten für Eliminationsdiäten mit intakten (Chesney, 2002; Tapp et al., 2002) und hy-drolisierten Proteinen (Loeffler et al., 2004; 2006; Biourge et al., 2004) suggerieren, dass bei Behandlung von Futtermittelüberempfindlichkeit hypoallergene Diäten mit hydrolisierten Pro-teinen effektiver sind als mit intakten Proteinen (Cave, 2006; Verlinden et al., 2006).
Atopie
Atopie und Futtermittelüberempfindlichkeit treten häufig zusammen auf und zeigen vergleich-bare klinische Symptome (Biourge et al., 2004; Chesney, 2002), allerdings werden Hauterkran-kungen, von inhalierten Allergenen verursacht, nicht auf hypoallergene Proteinquellen reagie-ren. Die Behandlung atopischer Dermatitis richtet sich auf die Unterdrückung der chronischen Entzündungsreaktionen in der Haut. Eicosanoiden, aus Dihomo-Gamma-Linolensäure und aus Eicosapentaensäure (EPA) gebildet, besitzen entzündungshemmende Eigenschaften.
Doppelblinde, Placebo kontrollierte Studien bei Hunden mit atopischer Dermatitis haben ge-zeigt, dass Zusatz mit Borretschöl, das reich an Gamma-Linolensäure (GLA) oder Fischöl, das reich an EPA ist, die Schwere von Pruritis, Erythem und Selbsttrauma verringert (Logas and Kunkle, 1994; Harvey, 1999). Mit einer Diät, die 0,5 % Borretschöl und 5 % Fischöl enthält, wur-den gute Ergebnisse erzielt. Die Effektivität der Diät wurde in vier Kliniken untersucht, in einer doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie (Baddaky-Taugbøl et al., 2005). Eine 10-wöchige Diät senkte die Scores für Pruritis und Erythem um die Hälfte, während die Kontrollbehandlung keinerlei Einfluss zeigte. Den Besitzern zufolge verbesserte die Diät die Hautkondition bei 60 % der Hunde. Es ist deutlich, dass ein substanzieller Teil der Patienten mit atopischer Dermatitis mit einer Diät, die mit geeigneten Mengen an Fisch- und Borretschöl versehen ist, positiv rea-gieren wird. Es werden allerdings große Unterschiede bei individueller Empfindlichkeit auftreten.
Colitis und Reizdarmsyndrom (RDS)
Bei Hunden mit idiopathischer, chronischer Colitis oder Reizdarmsyndrom verursacht eine hypo-allergene Diät mit hydrolysierten Proteinquellen eine signifikante Abnahme der klinischen Sym-ptome (Nelson et al., 1988; Marks et al., 2002; Cave, 2006; Münster et al., 2006). Wegen der entzündungshemmenden Aktivität wird die Aufnahme von Fischöl die klinische Kondition weiter verbessern. Bei Menschen mit Colitis ulcerosa wurde ein derartiger positiver Effekt bewiesen (Aslan et al., 1992).